Was ein Video kostet
Die häufigste Frage im Erstgespräch ist die nach dem Preis. Die zweithäufigste ist, warum die Angebote so weit auseinanderliegen.
Beides lässt sich beantworten, wenn man offenlegt, woraus der Preis entsteht.
Was am unteren Ende des Marktes passiert
Im Wiener Markt gibt es ein Modell, das wir aus der Nähe kennen: Eine Person macht Redaktion, Aufnahme und Schnitt, spricht teilweise selbst ein und liefert im Idealfall binnen 24 Stunden. Für rund 400 Euro.
Das ist keine Erfindung und keine Übertreibung. Wir haben es am Anfang selbst mitgemacht.
Dann haben wir gesagt: nein, das ergibt für uns keinen Sinn. Nicht weil es unmöglich ist, sondern weil bei diesem Tempo und diesem Budget genau die Arbeit entfällt, für die man uns eigentlich holt. Es bleibt keine Stunde für die Frage, was der Film beim Zuschauer auslösen soll.
Der letzte Filmauftrag, den wir abgelehnt haben, scheiterte schlicht am Budget. Die Erwartung lag bei 200 bis 300 Euro für einen Film.
Woraus sich unser Preis zusammensetzt
Aus Tagen und aus Köpfen. Konzept, Drehtag, Schnitt-Tag, Tontechnik. Wer mehr Drehorte hat, braucht mehr Drehtage. Wer eine Animation will, braucht Zeit in der Postproduktion. Das ist erst mal linear, und deshalb kann man es aufschreiben.
Was nicht linear ist: die Erfahrung, die vor dem ersten Drehtag verhindert, dass man am zweiten noch einmal hinfahren muss. Die lässt sich schwer in eine Zeile schreiben, und sie ist der Grund, warum zwei Angebote mit derselben Positionsliste unterschiedlich viel wert sein können.
Warum wir die Preise öffentlich hinschreiben
Bei uns steht eine Preisübersicht auf der Seite. Ein Schnitttag kostet 500 Euro, das Kongresspaket 950 Euro, das Eventpaket Medium 1.800 Euro. Für ein Firmenvideo beginnt das fertige Paket bei 1.990 Euro. Alle Beträge netto.
Das machen wenige, und es hat einen einfachen Grund. Wer wissen will, ob wir in sein Budget passen, soll das in zwei Minuten sehen und nicht erst nach zwei Terminen.
Eine Bitte an die Einkaufsabteilung
Ein Muster, das wir kennen: Ein Kunde gibt eine Liste vor, in die alle grundsätzlich möglichen Positionen eines Filmprojekts eingetragen werden sollen, und leitet daraus den Angebotspreis ab.
Die Falle daran ist unsichtbar. Für das konkrete Projekt sind viele Positionen gar nicht nötig, etwa kein Drohnenpilot. Null eintragen kann man aber nicht, weil man damit für alle künftigen Projekte auf diesen Preis festgelegt wäre.
Ergebnis: Das Angebot wirkt zu teuer. Nicht weil es teuer ist, sondern weil das Formular einen Zulieferer-Preiskatalog mit einem Projektangebot vermischt. Wir haben so schon einen Auftrag verloren, bei dem alles andere gepasst hat.
Wenn Sie so ein Formular vom eigenen Einkauf bekommen: Fragen Sie uns. Wir füllen es aus und legen daneben, was das Projekt wirklich braucht.